An der Ruine des Uhlrather Hofes fand am Sonntag, 31. August, die Kranzniederlegung zum Gedenken an drei ermordete Luxemburger statt. Sie hatten sich dem Zwangsdienst in der Deutschen Wehrmacht widersetzt, waren im Zuchthaus Siegburg inhaftiert und am 23. August 1944 durch ein Erschießungskommando ermordet worden.
Siegburgs Bürgermeister Stefan Rosemann hatte zu der Zeremonie eingeladen. Angehörige des Wachbataillons sowie der Besatzung des Minensuchbootes Siegburg legten Kränze nieder. Für die CDU Siegburg nahmen teil: Jürgen Peter, Zweiter Ratsfraktionsvorsitzender, die Stadtverordneten Anna Diegeler-Mai, Eckhard Schwill und Heinz Peter van Doorn sowie Safia Reinbold.
Auch Beigeordneter Martin Rosorius wohnte der Zeremonie bei.
Eine Gedenktafel an der Ruine neben der B56 nahe der Abfahrt zur B8 erinnert an den Tod des Friseurs Camille Koerner (*10.11.1924), des Bankangestellten Jean Bück (*26.11.1920) und des Studenten Marcel Charpantier (*17.08.1924). Die damaligen Umstände und auch der Abschiedsbrief eines zum Tode Verurteilten sind in Unterlagen der FÉDÉRATION DES ENRÔLÉS DE FORCE (Zwangsrekrutierten Fédération) in Luxemburg dokumentiert.
SS-Führer Heinrich Himmler hatte das Verbrechen als Vergeltungsmaßnahme für die Erschießung des NS-Ortsgruppenleiters der „Volksdeutschen Bewegung“ im luxemburgischen Junglinster (heutiger Kanton Grevenmacher) angeordnet. Weitere sieben luxemburgische Geiseln wurden an anderen Orten erschossen.
Ein Mitgefangener im Zuchthaus Siegburg widmete den Getöteten eine Zeichnung mit ihren Gräbern vor der Kulisse der Festung Luxemburg.
Erst nach dem Ende der Nazi-Herrschaft durften die Familien der Erschossenen Traueranzeigen veröffentlichen.
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